Wer betrachtet, wie die Pferde früher in freier Wildbahn lebten, der wird schnell feststellen, dass die Tiere sich an die hohen Ansprüche der Natur nahezu perfekt angepasst haben. Ihre Körper spüren instinktiv, wenn im Frühjahr langsam wärmere Temperaturen einsetzen und reagieren darauf mit dem Abstoßen des langen, vollen und warmen Winterfelles. An dessen Stelle tritt nun das deutlich kürzere und dünnere Sommerfell.
- Das hat für die Pferde den Vorteil, dass sie durch die hohen Temperaturen nicht so schnell ins Schwitzen kommen und das Fell deutlich schneller trocknet, sollte es dennoch einmal nass geschwitzt sein. Genau entgegengesetzt verhält es sich hingegen, wenn das Wetter im Herbst wieder kühler wird. Die Pferde reagieren dann darauf mit dem Ausfall des dünnen Sommerfelles und entwickeln nun für die kalte Jahreszeit ein dichtes, langes und perfekt wärmendes Winterfell. Einige Menschen decken ihre Pferde nun über den Winter künstlich ein.
- Das hat den Vorteil, dass die Tiere bei rechtzeitigem Beginn durch die Deckenwärme kaum eigenes Winterfell entwickeln. Sie können so während der kalten Monate intensiver trainiert werden, ohne dass die Reiter durch starkes Schwitzen ihrer Tiere beeinträchtigt werden. Es handelt sich aber dennoch um einen Eingriff in die Natur des Pferdes, der eigene Rhythmus wird beeinflusst. Die Gefahr, dass die Pferde sich erkälten besteht auch, wenn die Pferde zum Reiten abgedeckt werden, ohne dass sie vorher durch Bewegung ausreichend aufgewärmt wurden. In diesem Moment sind sie ohne ihr schützendes Winterfell der Winterkälte schutzlos ausgeliefert.
- Pferde im Winterhalbjahr einzudecken, um das Wachstum des Winterfelles möglichst gering zu halten kann durchaus praktisch sein wenn es mit der nötigen Sorgfalt betrieben wird. Es sollte dabei aber nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich immer auch um einen Eingriff in die Natur der Tiere handelt.
- Die Natur hat den Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell für die Pferde eingerichtet, weil sie dies zum Überleben brauchen. Durch das Eindecken wird diesem natürlichen Ablauf entgegen gewirkt.